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UNiMUT aktuell -- Mai 2001

Kein guter Tag für Rechts (02.05.2001)

Dieser erste Mai lief nicht besonders gut für den rechten Rand der Gesellschaft. Zunächst fiel das öffentliche Maiansingen, das in den letzten Jahren nur noch von den Rechtsaußen-Verbindungen beschickt worden war, in diesem Jahr erstmals komplett aus. Nicht einmal für den Verlegenheits-Fackelzug zum Schloß hoch, den sich insbesondere die Normannia in den letzten Jahren nicht hat verkneifen können, fanden sich offenbar noch Bundesbrüder, und das trotz aller CDU-Sehnsucht,

Nicht viel besser ging es etwa 400 NPD-AnhängerInnen später in Mannheim. Zwar konnte ein massives Polizeiaufgebot dem Zug die ersten paar Schritte vom Bahnhof in Richtung Universität noch freidrücken, doch schon nach ein paar hundert Metern wars aus: Eine Sitzblockade versperrte die Straße, und die Polizei wollte oder konnte sie nicht räumen. Nach vielleicht anderthalb Stunden Herumstehen musste die Nazi-Demo umkehren. Eine lautstark gestörte Beteuerung, sie wollten wirklich Deutschland den Deutschen geben, und die Ausländer sollten auch raus, war alles, was den TeilnehmerInnen blieb, bevor sie etwas bedröppelt in ihre heimwärts gewandten Busse und Bahnen huschen durften.

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Dieser Artikel wurde zitiert am: 25.10.2001

Stimmen aus Lateinamerika (02.05.2001)

Neuen Stimmen der ibero-amerikanischen Literatur kann man im Rahmen der Dichterlesung am 9. Mai 2001, 20.00 Uhr begegnen. Dichter aus Spanien, Chile, Paraguay und Venezuela lesen im Romanischen Keller. Unter den beteiligten Ländern finden sich dabei scheinbar alte Bekannte wie Spanien in der Alten Welt oder das durch Literaturnobelpreisträger bekannt gewordene Chile, aber auch weitgehend "große" Unbekannte wie der Binnenstaat Paraguay und der Erdölproduzent Venezuela. Auf den ersten Blick eine reichlich bunte Mischung, verbunden jedoch durch die gemeinsame Sprache, das Spanische in seinen verschiedenen Ausprägungen. Die Lesung wird uns somit Gelegenheiten genug eröffnen, durch die lyrischen Texte Form und Inhalt einiger Facetten der spanischsprachigen Gegenwartsliteratur zu vergleichen.

Als neue Stimmen ihrer Literaturen lesen Álvaro Tato Ozaeta, Spanien, Roberto Viereck Salinas, Chile, Lourdes Espínola Wiezell, Paraguay und Gustavo Valle, Venezuela. Nach einer kurzen Einführung in die moderne spanischsprachige Lyrik werden sie eigene, teils noch unveröffentlichte Werke im spanischen Original lesen und im Anschluß für Fragen und für die Diskussion ihrer Texte zur Verfügung stehen. Ausgewählte Gedichte sowie die Diskussion werden dabei auch in beide Richtungen (spanisch- deutsch, deutsch - spanisch) übersetzt.

In der Begegnung mit dem poetischen Werk dieser vier jungen Dichter ergeben sich sicherlich auch genügend Möglichkeiten, die Diskussion auf Fragen nach den kulturellen, sozialen und politischen Realitäten des jeweiligen Landes zu lotsen, so daß die Veranstaltung mehr als eine Dichterlesung ist. Der Eintritt ist frei.

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BAFöG- und andere Sprechstunden (03.05.2001)

Auch im Sommersemester 2001 haben sich wieder Leute gefunden, die im ZFB Bürodienst machen und sich (unter anderem) um eure Fragen kümmern; leider reicht es nur für zwei feste Zeiten, nämlich mittwochs und freitags von 11.30 bis 13.00. Wer speziell Fragen zum BAFöG hat, kann immer Dienstags von 16 bis 18 Uhr ins ZFB kommen (es ist aber bestimmt kein Fehler, erstmal die BAFöG-Leute vom Studentenwerk zu fragen, die Beratung der FSK ist eher für schwierige Fälle gedacht).

Generell sei nochmal auf die Seiten der FSK verwiesen, auf denen Termine, Telefonnummern und ähnliches halbwegs aktuell verzeichnet sein sollten.

Und wo wir gerade bei Technischem sind: Die KSG macht auch im Sommersemester wieder jede Menge Veranstaltungen. Wenn andere Initiativen oder Hochschulgruppen gerne ihre Termine in dieser oder ähnlicher Weise veröffentlichen wollen, sind sie übrigens nach wie vor eingeladen, uns ihre Materialien zukommen zu lassen.

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Critical Mass in Heidelberg (04.05.2001)

[Bild: Hinaus aus dem Feld]

So gemütlich könnte es immer zugehen, dort, wo mensch aus dem Feld auf die Berliner Straße trifft.

Zur ersten wirklichen Critical Mass in Heidelberg dieses Jahr trafen sich heute rund 20 RadlerInnen am Uniplatz und hatten eine angenehme Fahrt bei mildem Wetter.

Die meisten AutofahrerInnen hatten Verständnis für die gemütlich dahinrollenden Leute -- schließlich plaudern auch die meisten von ihnen gern, wenn sie durch die Stadt fahren, und haben dann auch lieber nicht so viel Lärm, Gestank und schnelles Blech um sich. Die nächste Critical Mass findet übrigens am Freitag in zwei Wochen in Mannheim statt. Die nächste Gelegenheit zu einer gemütlichen Stadtrundfahrt in Heidelberg ist am ersten Freitag im Juni (das ist gleich der 1.6.) um 17 Uhr wieder am Uniplatz.

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Tag der Behinderten in Heidelberg (06.05.2001)

[Bild: Vor dem Rathaus]

Bis spät in die Nacht harrten Behinderten-AktivistInnen vorm Rathaus aus.

Gestern war -- nicht allzu beachtet von der breiteren Öffentlichkeit -- Internationaler Tag der Behinderten. Schon am Vorabend hatte ein Aktionsbündnis von 40 Gruppen aus der Region in Heidelberg zu Infostand und Demonstration aufgerufen. Im Mittelpunkt stand dabei der Entwurf für ein Gleichstellungsgesetz, das in nunmehr 222 Tagen den Bundestag passieren soll.

Bemerkenswert an diesem Entwurf ist vor allem anderen, dass er von Betroffenen, also behinderten JuristInnen, verfasst wurde. Dementsprechend hoffen die AktivistInnen, der Fokus staatlichen Umgangs mit Behinderten könne sich durch das Gesetz von Fürsorge, Versorgung und letztlich Bevormundung auf die Erleichterung selbstbestimmter Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verschieben, teils eben durch den Abbau diskriminierender Faktoren, teils aber auch, weil hier Behinderte als Subjekte der Politik auftreten statt, wie in der Vergangenheit zu oft, als ihre Objekte.

Die gegenwärtig sechs Artikel des Entwurfs sehen in groben Zügen vor, dass

  • ein Anspruch auf barrierefreien Wohnraum besteht, damit auch behinderte Menschen wählen können, wo sie wohnen,
  • im Arbeitsrecht eine Diskrimierung Behinderter verboten wird,
  • auch Versicherungen nicht diskriminieren dürfen,
  • Behinderte einen Anspruch auf Zugang zu Ämtern, Kino, Kneipe und Kaufhaus erhalten,
  • dass von ÖPNV bis Flugzeug Rücksicht auf Behinderte genommen wird,
  • dass in Ämtern und Gerichten die Gebärdensprache dem Deutschen gleichgesetzt wird,
  • dass behinderte Kinder freie Schulwahl haben,
  • dass der strafrechtliche Schutz behinderter Menschen verbesert wird, so dass etwa eine Vergewaltigung eines Behinderten nicht länger als Kavaliersdelikt behandelt werden kann.

Übrigens: Der UNiMUT versucht schon seit Jahren, immer auch mit reinen Textbrowsern -- wie sie von vielen Blinden verwendet werden -- lesbar zu sein.

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Info zur neuen Lehramts-PO am 17.Mai (12.05.2001)

Das ZSW führt am 17.Mai um 15.00 in Hörsaal 14 der Neuen Uni eine Infoveranstaltung zur neuen Lehramtsprüfungsordnung durch. Informiert wird über Fächerkombinationen, Fremdsprachenanforderungen, pädagogisches Begeleitstudium, Praxissemester etc.

Die neue Verordnung über die Wissenschaftliche Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien (vulgo: Lehramtsprüfungsordnung) ist nach 10-jähriger Arbeit zum 1.April in Kraft getreten und bringt einige grundlegende Änderungen mit sich. Sie enthält für alle Einzelfächer neue Regelungen - so z.B. die Einschränkung der Prüfungsthemen in den Klausuren, in den Fremdsprachen muss die Prüfung in der Fremdsprache abgelegt werden; das Fach Philosophie/Ethik wird neu eingeführt. Auch die Fremdsprachenanforderungen ändern sich - so müssen Englisch-Studierende künftig kein Latinum mehr vorweisen, dürfen aber nur noch zwei der folgende Fremdsprachen zur Ableistung der erforderlichen Fremdsprachenkenntnisse einbringen: Französisch, Italienisch, Spanisch oder Latinum. Deutsch-Studierende können auch Russisch einbringen, müssen aber zukünftig auch Englisch-Kenntnisse nachweisen. Für Französisch, Spanisch und Italienisch reicht das Latinum alleine. Die Fächerkombinationen werden stark eingeengt- ohne Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch kann man zukünftig nur noch LehrerIn werden, wann man drei Fächer studiert - und auch hier gibt es Einschränkungen.

Für alle Studierenden wird das pädagogische Begleitstudium ausgebaut und ein ethisch-philosophisches Grundlagenstudium eingeführt, deren Noten in die Endnote einfließen. Auch die Note der Wissenschaftlichen Arbeit fließt zukünftig in die Endnote ein. Hinzu kommt das Schulpraxissemester, das alle Studierenden absolvieren müssen; darüber steht aber nicht viel in der Prüfungsordnung.

Die Regelstudienzeit erhöht sich von 9 Semestern auf 10 Semester das ist genau das Schulpraxissemester, ansonsten muss man halt schauen, wie man mit der Zeit hinkommt. Wer es innerhalb der Regelstudienzeit schafft, darf immerhin von der Möglichkeit des Freisschusses Gebrauch machen.

Übergangsfristen: Die alte Prüfungsordnung gilt noch 6 Jahre lang für diejenigen Studierenden, die sich vor dem 31.3.01 für das Lehramt an Gymnasien eingeschrieben haben. Das Schulpraxissemester müssen jedoch auch die Studierenden absolvieren, die ihr Lehramtsstudium zum Wintersemester 2000/2001 aufgenommen haben. Genaueres findet sich im § 26 der neuen Verordnung.

Die neue Prüfungsordnung kann im Zentralen Fachschaftenbüro (ZFB) oder in den Instituten eingesehen und kopiert werden, gedruckte Exemplare gibt es vermutlich im ZSW.

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Dieser Artikel wurde zitiert am: 17.01.2003

Demokratie statt Zwang -- Aktionstag 16. Mai (14.05.2001)

Zwar sieht es bisher nicht so aus, als würde in Heidelberg viel passieren -- dennoch bleibt der 16. Mai ein bundes weiter Aktionstag, an dem sich Studierende überall in der Republik "Demokratie statt Zwang" auf die Banner schreiben sollen. In Zeiten weiter zunehmender Gängelung und Entmündigung der Studierenden wollen die OrganisatorInnen den Buhlmahns, Bertelsmännern und Frankenbergs des Landes zeigen, dass nicht alle, und schon gar nicht alle Studis, mit diesem Kurs einverstanden sind. Etwas ausführlicher ist das im offiziellen Aufruf dargelegt.

Wie schon gesagt: Da nicht nur der UNiMUT geschlafen hat, scheint der Aktionstag an Heidelberg weitgehend vorbeizugehen. Der Redaktion ist an Aktionen eigentlich nur URRmELs fliegende Propaganda-Fahrradwerkstatt (mit möglicher Beteiligung der Food-Coop Appel un' Ei) vor der Feldmensa bekannt. Sollten noch andere Aktionen geplant sein, bittet die Redaktion um Nachricht und verspricht, Hinweise hier als Nachtrag zu veröffentlichen und nach Möglichkeit auch zur Berichterstattung aufzutauchen.

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Semesterticket: Neue Urabstimmung (21.05.2001)

Letzten Donnerstag trafen sich FSK, Studiwerk sowie Uni- und PH-Verwaltung, um zu beraten, wie es nach den jüngsten Fordrungen des VRN (vgl. UM aktuell, AK Semesterticket) mit dem Studiticket weitergehen soll. Keine der Parteien konnte sich für das VRN-Angebot erwärmen, es soll aber auch nicht über die Köpfe der Studis hinweg ein -- auch schlechtes -- Semesterticket abgeschossen werden. So sind wieder einmal die Weichen für eine Urabstimmung gestellt, die wohl zusammen mit der Rückmeldung durchgeführt werden wird.

Zur Vorbereitung der Abstimmung wird am Mittwoch (23.5.) um 18 Uhr ein Treffen im PH-AStA stattfinden, das den Umfragetext ausarbeiten wird -- neue MitarbeiterInnen sind immer noch willkommen. Wer am Mittwoch keine Zeit hat, wird bei einer Vollversammlung zum Thema, voraussichtlich irgendwann im Juni, auch nochmal Gelegenheit bekommen, seinen oder ihren Senf beizutragen.

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Dieser Artikel wurde zitiert am: 04.07.2001


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